Lösungen für kurze Sperrzeiten und Fachkräftemangel
Live-Demonstration des autonomen Stopfens mit dem Unimat 09-4x4/4S E³ auf der iaf 2025 © Plasser & Theurer
Kürzere Sperrzeiten, steigende Anforderungen an die Netzverfügbarkeit und akuter Fachkräftemangel stellen Infrastrukturbetreiber und Bauunternehmen weltweit vor große Herausforderungen. Plasser & Theurer begegnet diesen Entwicklungen mit einem klaren Ziel: der autonomen Gleisinstandhaltung.
Den Grundstein dafür legt Plasser & Theurer mit digitalen Produkten und Messsystemen, die modernste Sensorik, künstliche Intelligenz (KI) und vernetzte Datenauswertung vereinen und so die Qualität, Effizienz und Sicherheit bei Stopfarbeiten maßgeblich erhöhen.
Der Schienenverkehr nimmt weltweit zu – im Personen- wie im Gütersektor. In Belgien etwa wird zwischen 2012 und 2030 ein Anstieg der Verkehrsleistung um bis zu 62 % im Güterverkehr prognostiziert, in Österreich wollen die ÖBB bis 2040 die Kapazität ihrer Hauptstrecken verdoppeln. Für die Instandhaltung bleibt immer weniger Zeit. Umso wichtiger ist es, die Maßnahmen bei gleichbleibend hoher Qualität schneller durchführen zu können.
Zugleich verschärft sich der Mangel an qualifiziertem Personal. Unattraktive Arbeitszeiten und komplexe Technologien erschweren es, neue Fachkräfte zu gewinnen und bestehendes Personal zu halten. Um dem entgegenzuwirken, beschäftigt sich Plasser & Theurer seit über zehn Jahren mit der Automatisierung von Maschinen zur Gleisinstandhaltung.
Digitale Assistenzsysteme von Plasser SmartTamping entlasten Bedienpersonal und optimieren Arbeitsprozesse. Die zum Teil KI-gestützten Systeme reduzieren die Fehleranfälligkeit und verkürzen die Einarbeitungszeit von Maschinenpersonal deutlich.
Kernstück der autonomen Stopfmaschine ist der Plasser TampingAssistant, der mit KI-Einsatz Hindernisse wie Schwellen, Weichenantriebe, Signaltechnik und streckenseitige Überwachungssysteme („Wayside Monitoring Systems“) auf den Gleisen erkennt und in Echtzeit klassifiziert. Darauf basierend werden Arbeitsaggregate für den Stopfvorgang automatisch positioniert und mit Plasser TampingControl die optimalen Stopfparameter automatisiert eingestellt. Die Ausführung des Stopfeingriffs benötigt derzeit noch die manuelle Bestätigung durch das Bedienpersonal. Bei der Fachmesse iaf im Mai wurde bereits die nächste Entwicklungsstufe live demonstriert: die vollautomatische Durcharbeitung einer Weiche ohne menschliches Eingreifen. Durchgängige Messdaten aus der Vormessung, den Stopfvorgängen und der Nachmessung ermöglichen eine detaillierte Analyse des Streckenzustands und der durchgeführten Arbeiten.
Ein entscheidender Vorteil des Plasser TampingAssistant: Menschen im Gefahrenbereich außerhalb der Maschine werden vermieden. Dank Remote-Bedieneinheiten und Kamerasystemen können die Arbeiten aus sicherer Entfernung überwacht werden – ein wesentlicher Beitrag zur Arbeitssicherheit und Attraktivität des Berufsbildes.
Im Rahmen der Live-Demonstration auf der iaf wurde der autonome Einsatz des Unimat 09-4x4/4S E³ der Firma Eiffage Infra-Rail GmbH einem breiten Publikum vorgeführt. Die Maschine stopfte vollautomatisch eine Weiche – ohne Personal in der Stopfkabine.